Die größten und tödlichsten Vulkanausbrüche der Geschichte

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Sie formen ganze Landstriche, sind Millionen Jahre alt und manchmal Jahrtausende lang unauffällig, bevor sie ihre tödliche und zerstörerische Kraft entfalten und ganze Städte dem Erdboden gleich machen. Vulkane! Doch wie entstehen Sie eigentlich und welche waren die gefährlichsten Vulkanausbrüche der Geschichte?

Was sind eigentlich Vulkane?

Vulkane sind geologische Strukturen, die dann entstehen, wenn Magma (also flüssige Gesteinsschmelze) an die Oberfläche der Erde aufsteigt. Doch nicht nur glutflüssige, sonder auch feste und gasförmige Stoffe werden bei einem Vulkanausbruch freigesetzt.

In einer Erdtiefe ab 100km schmelzen Gesteine bei Temperaturen zwischen 1000 und 3000 Grad Celsius zu sogenanntem zäh-plastischen Magma. Dieses sammelt sich in Magmaherden die in 2 bis 50 km Tiefe liegen.

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Wenn der Druck dann irgendwann zu groß wird, steigt das Magma über die Spalten der Lithosphäre auf. Dieses Magma bezeichnet man auch als Lava.

Welche sind die größten Vulkane?

Der Ojos del Salado in Chile ist mit einer Höhe von 6893m der höchste aktive Vulkan der Erde.

Der flächenmäßig größte, aktive Vulkan ist der Mauna Loa auf Hawaii. Er misst an der Basis in 5000 Metern Tiefe einen Durchmesser von 250 Kilometern und fasst ca. 40.000 Kubikkilometer Inhalt. Vom Meeresgrund bis zum Gipfel ist er 9000 Meter hoch.

Der größte Vulkan in unserem Sonnensystem ist übrigens der Olympus Mons auf dem Mars. Er ist unglaubliche 26.000 Meter hoch und hat am Fuß einen Durchmesser von rund 600 Kilometern.

Welcher war der stärkste Vulkanausbruch?

Die stärkste bekannte Explosion ereignete sich vor 75.000 Jahren am Toba in Sumatra. Die Energie die beim Ausbruch freigesetzt wurde entsprach der, von 40 Millionen Hiroshima-Bomben.

Dabei entstand auch der größte Kratersee der Erde. Er hat eine Gesamtfläche von 1776,5 km² . Der Bodensee würde dort also drei Mal hinein passen.

Welche Vulkanausbrüche gab es?

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Vulkanausbrüche sind so alt wie die Erde selbst und es gab im Laufe der Zeit unzählige von ihnen. Doch schauen wir uns mal die spektakulärsten und bekanntesten Vulkanausbrüche etwas genauer an.

Perm-Katastrophe (vor 252 Mio. Jahren)

Vor 252 Mio. Jahren gab es in der Tura einen riesigen Ausbruch. Bei der sogenannten Perm-Katastrophe überlebten nur 4% aller Tierarten der Erde und riesige Lavamassen ergossen sich auf einer Fläche von rund 1,5 Millionen Quadratkilometer. Dabei entstanden weite Teile des heutigen Sibiriens.

La-Garita-Caldera (vor 27,8 Mio. Jahren)

Vor 27,8 Millionen Jahren fand ein gigantischer Vulkanausbruch des La-Garita-Caldera im heutigen Colorado statt. Bei diesem Supervulkanausbruch wurden ca. 5000km3 Material in die Luft geschleudert.

Sumatra, Indonesien (72.000 v. Chr.)

Ein etwa halb so starker Ausbruch fand im Jahre 72.000 v. Chr. Auf Sumatra in Indonesien statt. Durch den Ausbruch des Toba wurde eine riesige Caldera geschaffen und eine riesige Aschenmenge lagerte sich auf den Boden des Indischen Ozeans ab. Die Temperatur sank in Folge des Ausbruchs um 3,5 Kelvin, was damals dazu führte, dass die junge Menschheit fast ausstarb.

Taupo, Neuseeland (24.500 v. Chr.)

Rund 50000 Jahr später im Jahre 24.500 v. Chr. Brach der Taupo auf der Nordinsel des heutigen Neuseelands aus. Mit einem Vulkanexplosivitätsindex von 8 zählt dieser Ausbruch als die weltweit größte Eruption der letzten 70.000 Jahre und ist damit eindeutig ein Supervulkan.

Laacher Vulkan, Deutschland (10.900 v. Chr.)

Doch auch in Deutschland gab es schon einen gigantischen Vulkanausbruch. Im Jahre 10.900 v. Chr. brach der Laacher Vulkan in der Eifel aus. Die Eruptionsphasen dauerten ca. 10 Tage und es wurde eine Magma-menge von rund 16 Kubikkilometer herausgeschleudert. Man geht davon aus, dass die Eruptionssäulen bis zu 40 km groß gewesen sein müssen, denn selbst in 50 km Entfernung findet man heutzutage noch Bims- und Tephraschichten die von diesem Ausbruch stammen.

Vesuv, Italien (79 n. Chr.)

Als berühmtester Vulkanausbruch der Menschheitsgeschichte, gilt der Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 nach Chr. in Italien, bei dem die Städte Pompeji und Herculaneum zerstört wurden. Überliefert wurde diese Katastrophe durch die wissenschaftlichen Aufzeichnungen von Plinius d. Älteren. Sie gelten bis heute als Wiege der modernen Vulkanologie. Bei diesem Unglück starben schätzungsweise 2000 Menschen. Das waren damals ca. 10% aller Einwohner Pompejis.

Samala, Indonesien (1257)

Im Jahre 1257 brach der Schichtvulkan Samala auf der indonesischen Insel Lombok aus. Die Auswirkungen dieses Ausbruchs auf das Weltklima waren katastrophal, denn die vom Vulkan in die Atmosphäre geschleuderten Aerosole reduzieren die Sonneneisstrahlung weltweit. Ein vulkanischer Winter, der mehrere Jahre andauerte, war das Ergebnis.

Laki, Island (1783)

Ein eher ruhigerer, dafür aber acht Monate lang andauernder Ausbruch ereignete sich im Jahre 1783 auf Island. Der Ausbruch des Laki setzte riesige Lavamassen und große Mengen Fluorgas frei. Viele Anglerboote konnten aufgrund der vulkanischen Tätigkeit nicht auslaufen. Das wiederum führte zu einer Hungersnot die über 12.500 Isländern das Leben kostete. Das waren zum damaligen Zeitpunkt ¼ der Gesamt-Bevölkerung. Doch damit noch nicht genug.

Eine riesige Gaswolke die beim Ausbruch entstand, zog nach Europa und zerstörte dort große Teile der Ernten und verursachte einen extrem kalten Winter. Dies verschlechterte die ohnehin schon schlechte Lage der Bevölkerung und war somit ein ausschlaggebender Grund für die französische Revolution.

Tambora, Indonesien (1815)

Ebenso drastische Folgen für die Bevölkerung hatte auch der Tambora-Ausbruch im Jahre 1815 in Indonesien zur Folge. Beim Ausbruch selber kamen 12.000 Inselbewohner ums Leben. Der Staub der bei diesem Ausbruch in die Atmosphäre geriet, führte jedoch im Jahre 1816 zum sogenannten Jahr ohne Sommer, indem 80.000 Menschen an der darauf folgenden Hungersnot starben.

Krakatau, Indonesien (1883)

Am 27. August 1883 brach auf der indonesischen Insel Krakatau, zwischen Java und Sumatra, ein gewaltiger Vulkan aus. 18 km3 Gestein wurden dabei 16 km hoch in die Erdstratosphäre geschleudert. Danach entstanden gewaltige Tsunamis, die 36.000 Menschen das Leben kosteten. Die Schockwellen die bei diesem Ausbruch entstanden, umkreisten die Erde 4 bis 7 Mal. 160 Kilometer vom Krakatau entfernt betrug die Lautstärke der Eruption noch 172 Dezibel. Zum Vergleich. Die menschliche Schmerzgrenze liegt bei 130 Dezibel. Damit verursachte der Ausbruch des Krakataus das bis heute lautestes Geräusch der Welt.

Montagne Pelée, Frankreich (1902)

Ebenso wie beim Krakatau-Ausbruch fanden auch beim Ausbruch des Montagne Pelée, am 08. Mai 1902, über 30.000 Menschen den Tod. Da die Behörden die Evakuierung der Hafenstadt St. Pierre verhinderten, überlebten nur 2 Einwohner die gewaltige Glutwolke die diese Stadt vollkommen zerstörte.

Mount St. Helens, U.S.A. (1980)

Am 18. Mai 1980 explodierte der Mount St. Helens in den Cascade Mountains der USA so, dass die Kegelspitze einbrach. Zurück blieb ein 700m tiefer Krater mit einer Länge von 3 mal 1,5 Kilometern. Das Besondere an diesem Ausbruch ist, dass er bereits einige Monte vorher prognostiziert werden konnte und sich so die meisten Menschen rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Damit gilt dieses Ereignis als Meilenstein der modernen Vulkanologie. 62 Tote waren trotzdem noch zu beklagen.

Pinatubo, Philippinen (1991)

Der stärkste Vulkanausbruch des 20 Jahrhunderts ereignete sich im Juni 1991 auf der Insel Luzon der Philippinen. Der Pinatubo brach aus und schleuderte Asche und Gase bis hoch in die Stratosphäre. Dadurch sank die Temperatur auf der Erde um 0,5°C. Trotz einer Evakuierung der 20.000 Einwohner der Insel Luzon, kamen 1000 von ihnen ums Leben. Alle 42.000 Häuser der Insel wurden zerstört.

Eyjafjallajökull, Island (2010)

Den letzten Vulkanausbruch den ich dir vorstellen möchte, dürften die meisten von uns noch gut in Erinnerung haben, denn er ereignete sich in der Zeit vom März bis Mai 2010. In diesen Monaten beeinflusste die riesige Aschewolke des isländischen Vulkans und Gletschers mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull (oder so ähnlich) den europäischen Flugverkehr. Große Mengen Schmelzwasser des Gletschers verursachten dabei große Überschwemmungen. Am 23. Mai 2010 endete schließlich die Eruption.

 

Das waren natürlich längst nicht alle katastrophalen Vulkanausbrüche der Geschichte und mit Sicherheit auch nicht die Letzten. Denn auch wenn man heutzutage mit modernen Messgeräten viele Ausbrüche vorhersagen kann, kommt es immer wieder zu vielen Todesopfern die beim Ausbruch selbst oder im Zuge der Begleiterscheinungen wie beispielsweise den Tsunamis oder Hungersnöten, ihr Leben verlieren.

Vulkane bleiben also eine ebenso furchteinflößende wie faszinierende Bedrohung, die wir Menschen wohl niemals kontrollieren können.

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Quellenangabe

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  • Bild und Videomaterial von Pixabay.de
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