Schnaps selbst brennen – Alkohol, Ätherische Öle und Wasser destillieren

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Heute soll es mal um die Herstellung von Schnaps bzw. das destillieren oder auch brennen gehen.

Da das jedoch in Deutschland für Privatpersonen verboten ist, destillieren wir in diesem Video kein Alkohol, sondern lediglich Wasser. Wir stellen also destilliertes Wasser her. Das Prozedere ist bis auf ein paar Kleinigkeiten das selbe.

Rechtslage in Deutschland

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Bis zum Jahre 2018 war es auch Privatpersonen erlaubt, Alkohol in einer Destille mit einem Volumen von nicht mehr als 0,5 Liter ist herzustellen. Wollte man eine größere Destille besitzen, musste man diese beim Zollamt anmelden. Die Alkoholherstellung war damit dann zwar immer noch nicht erlaubt, aber man kann mit so einer schönen Destille ja noch andere Dinge wie Ätherische Öle oder Hydrolate herstellen.

Im Jahre 2018 ist dann das Branntweinmonopol gefallen und die Rechtslage wurde für Hobbybrenner verschärft. Zwar müssen Destillen bis zu einem Fassungsvermögen von 2 Liter nun nicht mehr angemeldet werden, dennoch ist das brennen für Hobbybrenner nun gänzlich verboten worden. Selbst in Kleinstdestillen mit einem Fassungsvermögen von 0,5 Liter. Wer heutzutage also Alkohol brennen möchte, benötigt ein Brennrecht!

Genau aus diesem Grund werde ich hier natürlich auch keinen Alkohol mit euch brennen können. Ebenso ist dieses Video keine Anleitung oder Aufforderung dazu illegal Schnaps zu brennen. Alle Schritte die ich euch zeige, sind lediglich als Konservierung des Wissens zu betrachten.

Aufbau einer Destille

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Unten sitzt der Spiritusbrenner.

Darüber befindet sich die Brennblase in die man die zu destillierende Flüssigkeit rein-schüttet.

Auf der Brennblase sitzt der Helm. Er dient als Sammelraum für den aufsteigenden Dampf.

An dem Helm haben wir ein Thermometer um die Temperatur des Dampfes ablesen zu können. Jede Flüssigkeit hat einen anderen Siedepunkt. Alkohol verdampft bei einer niedrigeren Temperatur wie Wasser.

Der hochsteigende Dampf strömt dann durch das Geistrohr und wird im Kühler von kaltem Kühlwasser umspült. Das sorgt dann für die Kondensation des Dampfes und das flüssige Kondensat läuft bzw. tropft unten raus. Eine gute Alternative zum Spiritusbrenner ist so eine Reiseherdplatte. Sie rußt nicht und die Temperatur lässt sich viel leichter regulieren.

In ein Aromakörbchen füllt man beispielsweise bei der Herstellung von ätherischen Ölen, die Pflanzenbestandteile. In die Brennblase kommt dann Wasser und der aufsteigende Dampf löst die Öle aus der Pflanze. Bei der Schnapsherstellung kann dieses Aromakörbchen ebenfalls zur Aromatisierung verwendet werden. Beispielsweise wenn man einen Geist herstellen möchte.

Die nächste Komponente ist ein funktionierender Kühlwasserkreislauf. Dazu dient mir eine kleine Wanne, zwei Schläuche und eine kleine Aquarium-pumpe. Das gibt es übrigens so im Set zu kaufen.

Maische herstellen

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Bei der Herstellung von Schnaps würde der erste Schritt nun darin bestehen, die sogenannte Maische herzustellen. Dafür würde man sich eines Maischebehältnisses bedienen. Diese sind in sämtlichen Größen und Farben frei verkäuflich. Wie übrigens alles hier.

Nun müsste man mit einem Pürierstab oder ähnlichem das Obst zerkleiner. Dabei ist darauf zu achten dass weder Kerne noch Stiele mit-zerkleinert werden.

Die nächste Zutat der Maische würde aus Wasser bestehen.

Der Brei der dadurch entsteht sollte einen PH-Wert von 3 bis 3,5 haben. Falls er das nicht hat, kann man ihn mit Mostmilchsäure anpassen.

Auch die Temperatur muss stimmen. Zimmertemperatur ist perfekt.

Dann kommt noch Hefe dazu und der Gärbehälter wird Luftdicht verschlossen.

Damit die beim gären auftretenden Gase in nur eine Richtung entweichen können, wird eine Gärspindel angebracht und mit Wasser gefüllt.

Nun heißt es warten, warten und nochmals warten. Die Helfebakterien verwandeln nun den Zucker des Obstes in Alkohol. Dieser Prozess kann mehrere Wochen dauern. Am Ende hat die Maische dann je nach Frucht, ca. 6-8% Alkohol. Um daraus einen Schnaps brennen zu können, füllt der Brennberechtigte die Maische in die Brennblase und erhitzt sie.

Das Brennen

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Vorlauf

Der als erstes, ab ca. 50 Grad, verdunstet das Methanol mit den ungesunden Fuselölen. Wenn du mal irgendwelche Geschichten von blind machendem Alkohol gehört hast, dann ist damit dieser sogenannte Vorlauf gemeint.

Diesen sollte man in jedem Fall abtrennen. Dafür hält der Brennberechtigte die Temperatur im Auge und riecht und schmeckt am Destillat. Der Vorlauf riecht und schmeckt nach Klebstoff.

Er macht bei einer Destille dieser Größe für gewöhnlich nicht mehr als dieses kleine Tässchen aus.

Mittellauf

Ab einer Temperatur von ca. 80 Grad kommt dann der sogenannte Mittellauf. Er besteht aus Ethanol. Also das Zeug was als Alkohol getrunken wird. Er fängt mit einem recht hohen Alkoholgehalt von 80% an zu laufen und wird immer niedrigprozentiger, bis er irgendwann so wenig Alkohol hat, dass es sich nicht mehr lohnt.

Nachlauf

Dann beginnt der sogenannte Nachlauf der aus Wasser, unangenehm schmeckenden Teilen und etwas Restalkohol besteht. Auch diesen möchte der professionelle Brennberechtigte natürlich abtrennen.

Die Kunst besteht also darin den Mittellauf, anhand der Temperatur und des Geschmacks, so sauber wie möglich abzutrennen. Den Schnaps den man dann erhält, wird als Raubrand bezeichnet. Würde man diesen noch ein weiteres mal destillieren, würde man einen noch hochprozentigen Feinbrand erhalten.

Zuckermaische und Turbohefe

Wie dir wahrscheinlich schon aufgefallen ist besteht der Gärprozess nur darin, dass die Hefebakterien den Zucker des Obstes in Alkohol verwandeln.

Da Obst jedoch nicht gerade besonders viel Zucker enthält, ist auch der Alkoholgehalt der Maische nicht besonders hoch. Jetzt fragst du dich vielleicht schon ab man dieses ganze Prozedere nicht etwas tunen und beschleunigen kann, indem man anstatt Obst, direkt Zucker nimmt. Und das ist in der Tat auch möglich.

Alles was man für eine Zuckermaische bräuchte wären 3 Zutaten.

  1. Wasser
  2. Handelsüblicher Zucker
  3. Turbohefe

Die Turbohefe verwandelt den Zucker dieser Maische innerhalb von 24 Stunden in ca. 20%-igen Alkohol. Auch hier wieder die Gärspindel daraufsetzen und ab geht die Post.

Das Destillieren

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Aber zurück zu unserem Destillieren von Wasser. Der Spiritusbrenner ist noch unbenutzt und das soll er auch bleiben. Ich verwende stattdessen eine Reisekochplatte.

Als erstes kippe ich nun das Leitungswasser in die Brennblase der Destille.

Dann kommt der Helm wieder oben drauf und das Geistrohr wird mit dem Kühler verbunden.

Das Wasser wird jetzt langsam erwärmt. Das kann schon ein paar Minuten dauern. Ich habe die Aquarium-pumpe nun angemacht und der Kühler füllt sich mit Wasser. Oben befindet sich der Ablauf.

Die Temperatur ist inzwischen bei über 80 Grad und Alkohol würde jetzt bereits raus-tropfen. Da wir jedoch nur Wasser in der Brennblase haben, müssen wir uns noch ein paar Grad gedulden. Nun sind wir bei 90 Grad angekommen und das destillierte Wasser tropft in unser Auffangbehälter.

  1. Wasser wird erwärmt und verdampft
  2. der Dampft steigt im Helm hoch
  3. und wird durch den Unterdruck in das Geistrohr gezogen.
  4. In der Kühlerspindel, kondensiert der Dampf dann wieder und tritt als kaltes Wasser aus.

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Video zum Artikel auf Marvs Lifestyle Channel

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